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Das Lundener Moor war eine Allmende, d.h. jeder Bürger bzw. Hausbesitzer in Lunden konnte eine bestimmte Nutzung ausüben.Diese Nutzung war in einer Beliebung (Entschließung) festgelegt und konnte z.B. die Haltung von einer bestimmten Anzahl von Vieh und Gewinnung von Torf bedeuten.
Im Lundener Stadtrecht von 1529 steht im §11: Der Rath der Stadt Lunden soll zwischen Passionszeit und Pfingsten das Moor begehen und Nachschau halten, ob bis dato jemand unberechtigter Weise Torf abgegraben hat. Dann würde eine Strafe von 90 Schillingen und der Einzug des bereits gegrabenen Torfes fällig.
Nach 1850 wurde das Lundener Moor in 213 Koppeln parzelliert. In dem ca150 ha großen Gebiet südlich des alten Moordammes, der Lundener Moorchaussee, wurden 6 Wege angelegt und Entwässerungsgräben gezogen. Der Töschen, ein großer Ringkanal, entwässerte dieses Gebiet und legte den südlich gelegenen Lundener See trocken.
Die entstandenen Flächen waren je nach Bodengüte, Vernässung und Entfernung von Lunden unterschiedlich groß. Die meisten Parzellen waren 6 Scheffel – ca. 0,5 ha – groß, andere Größen von 3, 4, 8, 9, 12, 18 Scheffel waren seltener. Jeder Hausbesitzer, die Kirchengemeinde, die Ortsgemeinde, die Privatschule und andere öffentliche Institutionen in Lunden erhielten durch Los eine dieser Moorkoppeln.
Bald ging jeder Besitzer an die Kultivierung seiner Koppel; mit Mergel, Sand und Dünger wurden die sauren Böden verbessert, so daß man teilweise Kartoffeln, Rüben und Getreide anbauen konnte. Den Mergel, einem kalkhaltigen Marschenklei, wegen seiner Farbe “Blausand“ genannt, gewann man aus mehreren Metern Tiefe, in dem man ihn mit Maschinen an die Oberfläche beförderte. Die Hauptnutzung der Moorkoppeln blieb jedoch die Gräsung, Heugewinnung und der Torfabbau. Die Hochmoorschichten hatte man schon in früheren Jahrhunderten abgebaut, nun “backte“ man den Torf aus den Niedermoorschichten.
Das Erdbuch der Lundener Feldmarkt von 1865 weist 213 Besitzer aus. 1880 sind es nur noch 95,d.h. über die Hälfte der Parzellen haben ihren Besitzer gewechselt. Angesichts der damaligen Armut kein Wunder, wie sollte man auch sonst Kapital flüssig machen.
Im großen und ganzen aber war die Verkoppelung und Kultivierung für viele ein Segen. Zustand, einige erhaltene Protokollbücher im heimatgesch. Archiv d. Kspl. Lunden zeugen von einer regen genossenschaftlichen Tätigkeit.
Mit der Intensivierung der Landwirtschaft warfen die Lundener Moorkoppeln keine großen Gewinne mehr ab; einige Flächen, die schwer zu bewirtaschaften waren, verödeten. Der Arzt und Jäger Dr. Hans Friede aus Lunden forstete in den Jahren nach 1950 größere Flächen auf und zeichnete so den künftigen Wege des Lundener Moores vor. Ende der 1960-er Jahre im Zuge der Flurbereinigung, aber auch um Lundens Fremdenverkehr der in den Kinderschuhen steckte zu unterstützen, wurden 56 ha sog. Grenzertragsböden teilweise aufgeforstet oder naturbelassen.
Es wurden im Laufe von 3 Jahren ein mehrfacher Windschutzgürtel angelegt,, 22.000 Stück Junggehölz und 3.000 Standbäume, darunter Kulturpappeln, Vogelbeere, Roterle, Feld- und Bergahorn, Esche, Faulbaum, Weide und Windrosen angepflanzt. 3000 Narzissen und Muscari wurden gesteckt. In 15 Baumgruppen mit je 80m2 wurden u.a. Wildrhododendron, Kulturheidelbeere, seltene Nadelbäume, Tulpenbäume, Parkrosen, frostfester Bambus, Sanddorn, seltene Eichen, Sequoia, Liriodendron, Oapyrus gepflanzt.
Tulpen-Bäume stellen die letzte überlebende Art einer in Urzeiten weitverbreiteten Pflanzengattung dar. Sie sind im Südosten der USA verbreitet, in Europa nur noch selten als Park-Zierbaum. Biologisch sind sie als sog. Nacktsamer mit den Nadelgehölzen verwandt. Sie sind zweihäusig, d.h. sie besitzen getrennt sowohl weibliche wie männliche Blütenstände. Sie werden bis zu 40 mtr. hoch, sind sommergrün und ihre Blätter sind fächerförmig mit einer Mittelspalte. Wegen seiner Früchte wird er auch Goldfruchtbaum genannt; die kirsch- bis pflaumen- großen, beerenartigen, gelben Früchte sind essbar.
Auf 6 ha Wildwiesen wurden nach zweimaligem Tieffräsen: Dauerlupinen, Sumpfschottenklee, Schafgarbe, Chrysanteme, Wiesensalbei, Gänseblümchen, Fingerhut, Johanniskraut, Boccaraklee u.a. eingesät. Für die Vogelwelt wurden 20 Holzbetonnisthöhlen mit 32 mm Öffnung und 5 für Fledermäuse eingerichtet. Auch die Brandente, die kleinste Gänseart brütet hier an versteckten Stellen in Höhlen alter Torfstiche und des Grabenaushubes.
Fünf Fischteiche mit insgesamt 75000 m2 und einer Tiefe von 2,5 mtr. Wurden für die Sportangler ausgehoben. Zur vorbeugenden Entkrautung wurden 2-jährige Graskarpfen in die Teiche eingesetzt. Die hauptsächlich gefangenen Ficharten sind: Rotaugen, Brassen, Karpfen, Schleie, Rotfeder, seltener Aale und Hechte. Teiche und Gräben wachsen zahlreiche attraktive Ufer- und Wasserpflanzen, wie Rohrkolben, Wasserlilien, Teichrosen etc..Zahlreich sind hier die verschiedenen Insektenarten mit Schmetterlingen und Libellen.
An einem dieser Teiche fand am 12.10.1982 ein schrecklicher Mord am 10-jährigen Nico Voß aus Lehe durch zwei Fürsorge-Zöglinge statt.
Es wurden 2,5km Wanderwege angelegt, 7 Brückenstege aus Lärchenholz, Hochsitze errichtet, 3 Regenunterstände aus Fichtenrundhölzern und später von der Provinzial-Versicherung einen Trimm-Dich-Pfad angelegt. Die Hochsitze sind aus Sicherheitsgründen und Baufälligkeit wieder verschwunden, auch werden nur noch 3 Brücken benötigt.
Die Jägerschaft um Walter Obermüller sen. Forstete zusätzlich große Flächen am 5. Weg auf, die Jäger und Heger um Egon Neumann betreuen das Wild im Wanderpark mit zahlreichen Zufütterungsstellen in Notzeiten, die Sportangler kümmern sich um die Teiche und die Gemeindearbeiter bzw. ABM-Kräfte halten die Wege in Ordnung. Die von Zeit zu Zeit gemähten Wildwiesen stellen mit Ihren benachbartem Busch- und Baumbestand beliebte Aufenthaltsorte des Rehwildes und dessen Nachwuchses dar. Alfons Stork aus Lehe schnitzte schöne bunte Wegweiser und Hinweisschilder für die Moor- und Scheerwege.
Fortan heißt dieses Gebiet:“Wanderpark Lundener Moor“.
In den 1980er Jahren wurde mit der Befestigung des “Grünen Weges“ ein direkter Zugang von Lunden her geschaffen. An diesem Weg entstanden zwei Größere Biotope und zwei komfortable Schutz- und Grillhütten. Seit 1993 gibt es auch einen direkten Zugang mit einer Brücke über den Töschen von der Krempler Moorchaussee her.
Alljährlich veranstaltet der Touristik-Ausschuß des Fremdenverkehrsvereins mehrere Grillfeten am 2. Weg beim Grillplatz der Schutzhütte.
Im Zuge der Bemühungen des schleswig-holsteinischen Umweltministers Prof. Dr. Heydemann wird der Lundener Wanderpark zukünftig Bestandteil des Eider-Treene-Sorge-Projektes das Naturschutzgebiet “Lundener Niederung“werden.
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